Tomaten-Keimlinge und Saatguterhalt

Trotz Schnee sind die ersten Tomaten gekeimt. Jedes Jahr freue ich mich wie ein kleines Kind, wenn die ersten Samen aufgehen. Am meisten freut mich dieses Jahr, dass ich zum ersten Mal an einem Samen-Erhaltungsprogramm teilnehmen darf. Alte Nutzpflanzen sollen erhalten  und kostenlos weitergegeben werden. 

Der Erhalt von samenfestem Saatgut ist ein wichtiges Thema. Vor wenigen Tagen habe ich im Supermarkt einen Apfel gekauft, der keine Kerne hatte. Im ersten Moment habe ich darüber gelacht, bis mir klar geworden ist, dass die Kerne absichtlich weggezüchtet wurden. Toll für den Kunden, könnte man nun denken, denn die braucht man zu Hause ja sowieso nicht. Was dahinter steckt, hat aber viel weitreichendere Folgen. Bei vielen Gemüse- und Obstsorten werden die Samen weggezüchtet oder unfruchtbar gemacht, dass man sie nicht selber weiter vermehren kann. So werden wir bzw. vor allem Menschen in ärmeren Ländern, wie beispielsweise Indien oder Rumänien dazu gezwungen immer teurer werdendes Saatgut zu kaufen. Große Firmen gehen sogar soweit, dass die Bauern irgendwann ihr komplettes Saatgut abgeben müssen und zu 100% in die Abhängigkeit getrieben werden. Wer den Saatgut-Erhalt unterstützen möchte, der kann beim Kauf darauf achten, dass das Saatgut als samenfest deklariert ist. Sehr empfehlenswert für besondere, rare und alte Sorten sind die gemeinnützige Gesellschaft Prospecierara und Dreschflegel. (unbezahlte und unbeauftragte Werbung)

Ein weiterer Grund die Artenvielfalt zu erhalten ist der Klimawandel. Viele alte Sorten benötigen weniger Wasser, können Hitze besser ertragen oder sind auch ohne chemische Unterstützung resistent gegen Schädlinge.

Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich auf youtube nach Dokumentationen über „Monsanto“ oder „Saatgut Retter“ zu suchen.

Steffi

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